Neues Gesetz 2021 – Kurze Vertragslaufzeiten werden Pflicht

Wer kennt das nicht? Die guten Neujahrsvorsätze sind schon Schnee von gestern – das neu abgeschlossene Fitnessstudio-Abo läuft aber noch ein ganzes Jahr weiter. Oder du wolltest eigentlich schon länger deinen Handyanbieter wechseln und ärgerst dich nun über eine automatische Verlängerung der Laufzeit, nur weil du die Kündigungsfrist verpasst hast? Solch ähnliches Feedback- oder Erfahrungen, hat auch Ralph Schomaeker-Möller vom Schnäppchenportal Mein-Deal.com in einem kleinem Interview mitteilen können. Das könnte sich nun ändern.

12 oder 24 Monate Vertragsbindung? Du hast die Wahl…

Neu 2021 kürzere Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen
Bessere Konditionen für Verbraucher 2021 – kurze Laufzeiten und kurze Fristen

Dank des neuen Verbraucherschutzgesetzes, das der Deutsche Bundestag Ende Juni 2021 verabschiedet hat, dürften Verbraucher von solchen Ärgernissen künftig öfter verschont bleiben. So können Verträge für z.B. Handytarife oder Streamingdienste in Zukunft für einen maximalen Zeitraum von einem Jahr geschlossen werden.
Einzige Ausnahme: Bei längeren Laufzeiten von bis zu zwei Jahren ist der Anbieter verpflichtet, dem potenziellen Kunden gleichzeitig einen 12-Monats-Vertrag anzubieten, der monatlich maximal 25 Prozent teurer sein darf. Somit hat der Verbraucher zumindest die Wahl sich für den längeren, aber günstigeren Vertrag zu entscheiden. Der ursprüngliche Plan der Bundesregierung, Vertragslaufzeiten grundsätzlich auf maximal ein Jahr zu begrenzen, wurde nicht ins Gesetz übernommen.

Einfacher kündigen mit „Kündigungsbutton“ & Co.

Die automatische Vertragsverlängerung wird von dem neuen Gesetz zwar nicht verboten, allerdings wird auch dieser Vertragsbestandteil in Zukunft deutlich verbraucherfreundlicher. Anbieter müssen nun nämlich ihre Kunden vor einer solchen automatischen Verlängerung um z.B. drei Monate auf die Kündigungsmöglichkeit hinweisen. Außerdem wird die Kündigungsfrist für solche Verlängerungsverträge allgemein auf einen Monat verkürzt. Wer die Frist also einmal verpasst hat, muss sich nur noch für einen kurzen Zeitraum mit dem ungeliebten Vertrag abfinden.
Ein weiteres Novum für im Internet abgeschlossene Verträge: Mit dem sogenannten „Kündigungsbutton“ soll die Kündigung eines Vertrags im Internet genauso einfach gestaltet werden wie der Abschluss. Hast du deinen Vertrag online mit ein paar Klicks abgeschlossen, sollst du ihn auch genauso schnell und einfach wieder loswerden können. Den Verbrauchern soll es erleichtert werden, zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Nervige Telefonwerbung adé

Unerwünschte Werbeanrufe von Callcenter-Mitarbeitern, die unbedingt etwas verkaufen oder ein Abonnement vermitteln wollen, sind in den zahlreichen Verbraucherschutzforen im Internet ein Dauerthema. Viele Kunden beschweren sich darüber, unwissentlich in eine Abofalle getappt oder auf das Gespräch mit den aufdringlichen Verkäufern nicht vorbereitet gewesen zu sein. Genau hier schiebt das neue Gesetz nun einen Riegel vor: So müssen sich Anbieter in Zukunft vor einer Telefonwerbung ausdrücklich die Einwilligung des Verbrauchers einholen. Hinzu kommt, dass diese Einwilligungen auch schriftlich dokumentieren werden müssen. Andernfalls drohen empfindliche Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Strom- und Gasverträge nur noch schriftlich

Ein weiterer Aspekt, der im neuen Verbraucherschutzgesetz geregelt werden sollte, betrifft den Abschluss von Strom- und Gasverträgen. Diese sollen zukünftig nicht mehr per Telefon, sondern nur noch ausschließlich in Schriftform abgeschlossen werden können. Hier hat sich an der Sache zwar nichts geändert, aber an der Zuständigkeit. Diese Regelung wird demnächst in eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes aufgenommen.

Fazit Verbraucherschutz 2021

Das neue Gesetz vereinfacht nicht nur das Kündigen von Verbraucherverträgen durch kürzere Laufzeiten und neue digitale Kündigungsmöglichkeiten, sondern trägt auch wesentlich zur Transparenz in Sachen Kundenwerbung und Vertragsabschluss bei. So werden aufdringliche Werbeanrufe ausgebremst und Verbraucher haben durch den Hinweis auf die Kündigungsmöglichkeit vor einer automatischen Vertragsverlängerung eine realistische Chance zeitnah aus einem ungeliebten Vertrag herauszukommen.